Kontakt  |  Impressum
HerzTop-Thema   

Wald-News

 

Naturwald

 

 

Aktuell:

 

 

Dezember 2014:

 

Spitzel-Vorwürfe gegen die SPD um Landrat Adam

 

Anhänger des Nationalparks und Befürworter der Naturzonen-Ausweitung fühlen sich von Landrat Michael Adam und SPD-Landtagsabgeordneten ausspioniert.

 

Links zum Bayerischen Fernsehen und Presseberichte:

 

Kontrovers vom 03.12.2014: "Spitzelaffäre im Landtag? Geheime Anfragen an Ministerium"

Abendschau vom 03.12.2014: "Landrat Adam - Watergate im Bayerwald?"

 

PNP, 18.10.2014:

"Nationalpark: SPD sammelt Material gegen Befürworter" (pdf)

 

PNP, 03.12.2014:

"Streit um geheime SPD-Anfragen geht weiter" (pdf)

 

 

 

Oktober 2014:

 

Regens Landrat Adam unterliegt im Streit um Naturzonenausweisung

 

Die neue Bayerische Umweltministerin Ulrike Scharf (CSU) bekräftigte bei einem Besuch im Nationalpark, dass die Staatsregierung am vereinbarten Ziel festhalte, schrittweise bis zu 75 Prozent des Nationalparks als Naturzone auszuweisen. Regens Landrat Michael Adam hatte sich zuvor gegen die Ausweisung von rund 2.000 Hektar Naturzone in den Hochlagen gewehrt und bei Scharfs Amtsvorgänger einen Aufschub erreicht.

 

Link zum Bayerischen Fernsehen mit weiterführenden Links und Kommentaren:

 

Kontrovers: "Landrat Adam unterliegt im Nationalparkstreit"

 

 

 

Mai 2013:

 

Erneut getöteter Luchs aufgefunden

Nur ein Jahr nach der Vergiftung von Luchsin Tessa im Wald bei Rinchnach (Landkreis Regen) wurde im Mai 2013 in der Nähe von Bodenmais am Silberberg (Landkreis Regen) wieder ein toter Luchs aufgefunden.

Die Luchsin war mit 3 Jungen trächtig und wurde mit Schrot erschossen.

 

Die große Empörung quer durch alle Bevölkerungsgruppen war Anlass, das "Aktionsbündnis Unser Luchs" zu gründen.

 

Ausführliches hierzu finden Sie auf unserer neuen

 

>> Sonderseite "Aktionsbündnis Unser Luchs"!

 

 

 

 

November 2012:

 

Arber-Forstchef attackiert Nationalpark und Bgm Müller

Raimund Friderichs, Chef des Hohenzollern-Forstbetriebs am Großen Arber, spricht sich in einem Kommentar mit dem Titel "Ideologischer Irrsinn" im Online-Portal der Stuttgarter Zeitung gegen einen Nationalpark im Nordschwarzwald, gegen den Nationalpark Bayerischer Wald und gegen Bayerisch Eisensteins Bürgermeister Thomas Müller (Grüne) aus.

 

 

Links zu den Presseberichten und dem erwähnten Kommentar:

 

Stuttgarter Zeitung, 26.10.2012:

"Nationalpark - Der Borkenkäfer ist Hauptthema"

 

PNP Bayerwaldbote, Bayerisch Eisenstein, 14.11.2012:

"Angriff vom Arber: Forstchef Friderichs attackiert Bürgermeister Müller"

 

 

Jens Schlüter, Sprecher des AK Nationalpark, schreibt hierzu einen

Brief an Fürst Karl Friedrich von Hohenzollern und Herrn Friderichs (pdf)

 

 

 

 

März 2012: Luchs Tessa wurde vergiftet

 

Presseberichte zum Thema, zeitlich absteigend:

 

 

PNP Bayerwaldbote Regen, 25.04.2012

 

Der Giftanschlag fordert weitere Opfer

 

Stellvertretender Vorsitzender des Kreisjagdverbands Regen-Zwiesel ist zurückgetreten

 

Von Michael Lukaschik

Regen. Die Luchsin Tessa ist tot, im März verendet in einem Waldstück zwischen Gehmannsberg und Zimmerau, nachdem sie von einem mit Nervengift präpariertem Rehkadaver gefressen hatte. Die Ermittlungen laufen. Und mittlerweile hat der Giftanschlag weitere Opfer gefunden. Wie gestern im Bayern-Teil schon kurz berichtet, ist Xaver Schrönghammer, der stellvertretende Vorsitzende der Kreisgruppe Regen-Zwiesel im Bayerischen Jagdverband, von seinem Amt zurückgetreten. Außerdem hat Schrönghammer den Posten des Hegeringleiters Kirchberg/Kirchdorf niedergelegt.

 

Und das hat mit seinem Beruf zu tun. Schrönghammer ist Polizeibeamter bei der Polizeiinspektion Regen. Er war mit den Ermittlungen im Fall "Tessa" beauftragt. Als in der vergangenen Woche der Ökologische Jagdverband kritisierte, dass ein aktiver Jäger und Funktionär des Jagdverbands mit den Ermittlungen beauftragt ist, zog Schrönghammer die Konsequenz, legte seine Ämter nieder. "Um Schaden vom Verband abzuwenden, und um nicht weiter durch den Dreck gezogen zu werden", sagt Xaver Schrönghammer zu den Gründen für den Rücktritt. Er selbst habe Dienstliches und Privates immer strikt trennen können, aber wegen des öffentlichen Drucks habe er sich zu diesem Schritt entschlossen. Und er hat schließlich am Montag die Staatsanwaltschaft gebeten, ihn von diesem Fall abzuziehen. Wie berichtet, wird der Fall "Tessa" mittlerweile von der Polizeiinspektion Viechtach bearbeitet. "Es ist eine abscheuliche Straftat, die aufgedeckt werden muss", sagt Schrönghammer.

 

"Für den Kreisverband ist der  Rücktritt  sehr schmerzhaft", sagt Kreisvorsitzender Karl-Heinz Schupp, "Xaver Schrönghammer hat hervorragende Arbeit geleistet." Schupp ärgert sich über die Pressemitteilung des Ökologischen Jagdverbands. Dessen Landesvorsitzender wurde mit dem Satz zitiert, dass sich die Jägerschaft in Regen gegen jede Zusammenarbeit mit dem Luchs-Projekt des Nationalparks Bayerischer Wald wehren würde. "Ich weiß nicht, wo die Aussage herkommt, dass sich die BJV-Kreisgruppe gegen das Luchs-Projekt stellt", sagt Schrönghammer. Schupp betont, dass die Kreisgruppe zum Luchs-Projekt stehen würde.

 

Eine Bestätigung für diese Aussage gibt es von Dr. Marco Heurich, der im Nationalpark das Luchs-Projekt leitet. "Beim Luchs-Projekt läuft die Zusammenarbeit mit den Jägern und dem Jagdverband gut", sagt Heurich; schränkt die Aussage mit dem nächsten Satz aber ein wenig ein. Es gebe Jäger, mit denen die Zusammenarbeit nicht möglich sei. Da passiere es schon, dass die Mitarbeiter am Luchs-Projekt auch nicht in deren Revier dürften. "Aber generell passt die Zusammenarbeit mit der Basis der Jäger und dem Verband", so Heurich. Erst jüngst hat der Nationalpark bei einer Losungszählung erfolgreich mit den Jägern zusammengearbeitet.

Beim Luchs-Projekt werden die mit einem Sender versehenen Tiere beobachtet. Bleiben sie zwei oder mehr Tage an einem Fleck, ist das ein Hinweis darauf, dass sie einen Riss gemacht haben und sich in der Nähe aufhalten, um davon zu fressen. In diesem Fall wird der betroffene Jagdpächter verständigt, Mitarbeiter des Luchs-Projekts versuchen dann, den Riss zu finden. "In der Regel unterstützt uns der Jagdpächter dabei auch", sagt Heurich. Wird der Riss gefunden und zeigt es sich, dass das Reh die Beute eines Luchses geworden ist, gibt es für den Jagdpächter eine Prämie von 50 Euro.

 

Tessa hat für sich und ihren Nachwuchs erfolgreich gejagt. Aus einem Revier holte sie sich 14 Rehe, wie im Luchs-Projekt dokumentiert worden ist. "Schon eine Belastung", wie Heurich sagt. Aber auf keinen Fall eine Belastung, die die Gift-Aktion rechtfertigen würde. "Das ist und bleibt eine Schweinerei", sagt Schupp, der aber Zweifel hat, dass der Täter ermittelt werden kann.

Die Belohnung, die für Hinweise, die zur Ergreifung des Täters führen, hat mittlerweile die Höhe von 19 000 Euro erreicht.

 

 

PNP Bayern-Teil , 24.04.2012

 

Luchs Tessa: Ermittler wird ausgetauscht

 

Von Christine de Silva

Regen/Deggendorf. Der Fall der vergifteten Luchsin Tessa sorgt für gehörig Wirbel im Bayerischen Wald. Mitte März wurde das Tier in einem Waldstück bei Rinchnach (Lkr. Regen) tot aufgefunden − vergiftet mit "Carbofuran", einem seit 2007 in der EU verbotenen hochtoxischen Insektenvernichtungsmittel. Sechs Wochen später gibt es immer noch keine Hinweise auf den Täter. Trotzdem bewegt sich nun einiges in dem Fall.

Überraschend hat die Staatsanwaltschaft Deggendorf gestern Mittag gegenüber der Passauer Neuen Presse angekündigt, dass der Polizeibeamte, der die Ermittlungen in dem Wilddelikt führt, ausgetauscht werde. "Die Person des Ermittlers wird geprüft", erklärte der stellvertretende Behördenleiter Johann Duschl. Der Beamte sei aber höchst integer und habe keinen Anlass zu der Vermutung geboten, die Ermittlungen nicht mit der nötigen Akribie zu führen. "Um keinen Zweifel an der Objektivität aufkommen zu lassen, wird der Ermittler nun aber gewechselt", betonte Duschl auf Nachfrage der PNP. Am Nachmittag bestätigten Staatsanwalt und Polizei dann per Pressemeldung, dass die Sachbearbeitung des Falls von der Polizeiinspektion Regen auf Viechtach übertragen wurde.

Die Empörung in Jäger- wie in Polizeikreisen hatten am Wochenende Berichte der PNP und der SZ hochkochen lassen. Wolfgang Kornder vom Ökologischen Jagdverein (ÖJV) hatte gefordert, dass "ein unbefangener Beamter die Ermittlungen übernehmen" müsse. Der Polizist, der den Luchsmörder jagen soll, sei selbst Jäger, monierten Tierschützer. Sie nahmen Anstoß daran, dass der Beamte somit nicht gerade ein Befürworter des Luchsprojekts sei, das sich die Wiederansiedlung der Luchse im Bayerwald zum Ziel gesetzt hat. Mittlerweile hat der Polizeibeamte jedoch seine Ämter als stellvertretender Chef der Kreisgruppe Regen des Bayerischen Jagdverbands (BJV) sowie als Hegeringleiter niedergelegt.

"Es sollte sichergestellt sein, dass der Fall objektiv betrachtet wird", sagte auch Rainer Pöhlmann, Pressesprecher des Nationalparks Bayerischer Wald. Die Nationalparkverwaltung hatte nach der Auffindung der getöteten Tessa Anzeige bei der Staatsanwaltschaft Deggendorf erstattet, sich dann aber komplett aus dem Fall herausgehalten. "Wir würden uns freuen, wenn die Ermittler zu einem Ergebnis kommen und der Täter im Sinne der Luchse gefasst wird", sagte Pöhlmann.

Dieser Ansicht ist auch PNP-Leser Herbert Drasch aus Zenting (Lkr. Freyung-Grafenau). Der Privatmann hat gestern die Belohnung, die inzwischen zur Ergreifung des Täters ausgesetzt ist, um 1000 auf 19 000 Euro erhöht. Die Trägergemeinschaft des Luchsprojekts, die Gregor Louisoder Umweltstiftung, die Umweltschutzorganisation WWF und der Ökologische Jagdverein Bayern hatten zuvor bereits eine Prämie von insgesamt 18 000 Euro für Hinweise auf den Luchsmörder geboten. "Es ist ein Saustall, was der Giftmischer mit dem Tier gemacht hat", begründete Drasch gegenüber der PNP seine Entscheidung. "Der Täter gehört gefasst." Der Zentinger ist überzeugt, dass sich bei der hohen Belohnung nun bald jemand mit einem Hinweis melden wird.

Die Staatsanwaltschaft Deggendorf ging bereits früh davon aus, das der Täter wildkundig gewesen sein müsse. Denn er habe einen toten Rehbock ausgelegt, den er zuvor an der Kehle mit einem Messer aufgeschnitten und mit Nervengift präpariert hatte. Das Reh, von dem Tessa mehrere Tage gefressen hat, wurde 300 Meter vom Auffindeort der vergifteten Luchsin entdeckt. Die Tötung des Tieres ist eine Straftat und wird mit bis zu fünf Jahren Freiheitsentzug bestraft.

 

 

 

Süddeutsche Zeitung, 21./22.04.2012

 

Jäger jagt Luchsmörder

 

Von Christian Sebald

Luchsin Tessa wurde vergiftet - doch ein Täter konnte bislang nicht ermittelt werden. Jetzt soll ausgerechnet ein Polizist die Tat aufklären, der selbst Jäger ist. Die gelten im Bayerischen Wald nicht gerade als Befürworter des Luchsprojektes.

Die Jägerschaft in Regen wehrt sich gegen jede Zusammenarbeit mit dem Luchsprojekt", sagt Wolfgang Kornder vom Ökologischen Jagdverein (ÖJV), der Gegenspieler des traditionalistischen Jagdverbands ist. "Ein unbefangener Beamter muss die Ermittlungen übernehmen."

Der Kadaver der Luchsin war Mitte März nahe Rinchnach gefunden worden. Das dreijährige Weibchen hatte von einem toten Reh gefressen, das ein Unbekannter mit dem verbotenen Insektengift Carbofuran präpariert hatte. Luchse stehen unter strengstem Artenschutz. Tessas Tötung ist eine Straftat, die mit bis zu fünf Jahren Freiheitsentzug bestraft wird. Wo das Junge der Luchsin abgeblieben ist, ist unklar. Fachleute glauben, dass es ebenfalls tot ist.

Derweil weist der Polizist die Vorwürfe zurück, er könne die Ermittlungen nicht mit der gebotenen Neutralität führen. "Ich habe Beruf und Ehrenamt stets strikt getrennt", sagt er. "Daher habe ich beim ersten Lautwerden der Vorwürfe meinen Vizevorsitz der Jägerschaft niedergelegt." Auch die Staatsanwaltschaft Deggendorf hat keine Bedenken. "Der Beamte hat sofort auf sein Ehrenamt hingewiesen", sagt ein Sprecher. Der ÖJV hat die Prämie für Hinweise auf den Täter auf 18.000 Euro erhöht.

 

 

Wochenblatt, Bayerischer Wald, 20.04.2012

 

Erhöhung der Prämie zur Ergreifung des Täters

Vergifteter Luchs: ÖJV kritisiert Ermittlungen

 

Die von der Nationalparkverwaltung besenderte Luchsin Tessa wurde in der Nähe einer Ortschaft im westlichen Nationalparkvorfeld tot aufgefunden.
Foto: Nationalparkverwaltung Bayerischer Wald

 

Die mit dem Nervengift Carbofuran erfolgte Vergiftung der am 13.03.2012 tot aufgefunden, besenderten Luchsin Tessa wird vom Ökologischen Jagdverein Bayern (ÖJV) Bayern auf´s Schärfste verurteilt. Er hat die Prämie für die Ergreifung des Täters um 3000 Euro erhöht.

 

Tatsache sei, so der ÖJV, dass sich die Luchse seit Jahren nicht über den Nationalpark und die angrenzenden Staatswälder ausbreiten können und abwandernde Luchse immer wieder spurlos verschwinden. Es liege nahe, dass vor allem durch gezielte Verfolgungen des vermeintlichen Konkurrenten durch Jäger die Ausbreitung über das Nationalparkgebiet hinaus verhindert werde, obwohl dort auf Grund des höheren Beuteangebotes die besseren Lebensvoraussetzungen gegeben wären. Als Konsequenz sollten hier das Monitoring der Luchse über Fotofallen und Sendehalsbändern weitergeführt und ausgebaut werden, schon allein um zu sehen, wohin die Luchse wandern und im Fall der Fälle zu wissen, wo der Luchs verschwunden ist.


Darüber hinaus sollte aber wie im vorliegenden Fall auch die zuständige Staatsanwaltschaft konsequent ermitteln und eine illegale Tötung eines Luchses als Straftat auffassen und dementsprechend verfolgen und nicht als Kavaliersdelikt abtun, fordert der ÖJV. Die Staatsanwaltschaft Deggendorf habe im Fall der Luchsin Tessa die Ermittlungen an die Polizeiinspektion Regen und dem dortigen Sachkundigen übertragen, der stellvertretender Vorsitzender der BJV-Kreisgruppe Regen ist, die sich bislang gegen jede Zusammenarbeit mit dem Luchsprojekt des Nationalparks Bayerischer Wald gewehrt hat. „Dies ist in unseren Augen keine Konstellation, die eine neutrale Ermittlung zweifelsfrei gewährleistet. Der ÖJV Bayern fordert deshalb,die Ermittlungen einem unbefangenen Beamten zu übertragen“, so der Vorsitzende Dr. Wolfgang Kornder.


Der ÖJV Bayern erhöht deshalb die Prämie, die zur Ergreifung des Täters führt, um 3000€ und unterstützt damit die gemeinsame Aktion anderer Verbände.

 

>> Link zum Artikel auf wochenblatt.de

 

 

PNP-Bayerwaldbote Regen, 02.04.2012:

 

Fall Tessa: Bund Naturschutz erstattet Anzeige

 

Naturschützer verurteilen die Vergiftung des Luchses und fordern Aufklärung

 

Zwiesel. Das Schicksal der vergifteten Luchsin Tessa hat in der Nationalparkregion für Aufregung gesorgt. Nach der Nationalparkverwaltung Bayerischer Wald hat jetzt auch die Kreisgruppe Regen des Bund Naturschutz angekündigt, Anzeige gegen Unbekannt zu erstatten.

"Das Töten eines Luchses ist kein Kavaliersdelikt, auch wenn es einige immer noch anders sehen", schreibt Jens Schlüter, Jagdbeirat im Landkreis Regen, in einer Pressemitteilung des BN. Laut Schlüter sehen viele Menschen den Luchs immer noch als Jagdkonkurrenten um das Rehwild. "Gerüchte um gewilderte Luchse gibt es immer wieder. Tatsache ist, dass die Luchse Probleme haben, sich über den Bereich des Nationalparks und der angrenzenden Staatswälder hinaus zu verbreiten", so Schlüter weiter.

Der BN Regen fordert eine konsequente Aufklärung der Straftat. Durch das Präparieren des toten Rehbocks mit dem hochgiftigen Insektenvernichtungsmittel "Carbofuran" sei nicht nur Tessa getötet, sondern auch mutwillig Haustiere oder spielende Kinder in große Gefahr gebracht worden.

Verheerend sei auch die Außenwirkung der Tat, werde doch gerade der Luchs oft als Sympathieträger in der Tourismuswerbung eingesetzt. "Der oder die Täter haben so auch der ganzen Region einen Bärendienst erwiesen. Wir hoffen daher, dass die Staatsanwaltschaft alles mögliche unternimmt, um den Täter zu überführen. Das Auslegen von Giftködern um Luchse oder andere Wildtiere zu beseitigen ist inakzeptabel und feige", so Jens Schlüter. Er sieht jetzt auch den Bayerischen Jagdverband in der Pflicht, mehr als bisher eine Verbreitung des Luchses über die Nationalparkgrenzen hinaus zu unterstützen.

 

 

PNP Freyung-Grafenau, 01.04.2012:

 

Tessa: 5000 Euro Belohnung für Hinweise auf "Luchs-Mörder"

 

Bund Naturschutz, Landesbund für Vogelschutz und der Bayerische Jagdverband zusammen mit der Wildland-Stiftung verurteilen die illegale Tötung der Luchsin Tessa aufs Schärfste und haben jetzt genauso wie die Nationalparkverwaltung Bayerischer Wald Strafanzeige gestellt. Für sachdienliche Hinweise, die zur Ergreifung des Täters führen, ist eine Prämie von 5000 Euro ausgesetzt.

Das Töten von Luchsen ist eine Straftat und wird mit bis zu fünf Jahren Freiheitsentzug geahndet. Wie berichtet, wurde die besenderte Luchsin Tessa am 13. März in einem Waldgebiet bei Rinchnach tot aufgefunden. Untersuchungen haben jetzt ergeben, dass sie mit einem hochgiftigen Insektenbekämpfungsmittel vergiftet wurde. Unbekannte haben damit einen Rehbock präpariert, von dem die Luchsin mehrmals gefressen hatte. Das knapp dreijährige Weibchen führte mindestens ein Junges, über dessen Verbleib nichts bekannt ist.

Die Luchsin ist eine von nur fünf führenden Muttertieren, die 2011/2012 in Bayern nachgewiesen werden konnten. Ihr Tod stellt einen schweren Schlag für die Artenschutzbemühungen dar.

Das bayerisch-böhmische Grenzgebiet stellt den Kernlebensraum der Luchse in Bayern dar. Derzeit wird von maximal 10 bis 15 erwachsenen Tieren im Bayerischen Wald ausgegangen. Einzelne Tiere kommen entlang der bayerisch-tschechischen Grenze und dem Fichtelgebirge vor. Die Luchse im Bayerischen Wald stellen also die Quellpopulation dar, von der aus die Besiedlung weiterer Naturräume in Bayern zu erwarten wäre. Daher hat der Verlust jeden Tieres nicht nur lokale, sondern auch überregionale Bedeutung.

Die mangelnde Ausbreitung der Luchse in geeignete Lebensräume Bayerns ist seit Jahren ein alarmierendes Problem, das der behördliche Artenschutz nicht zur Kenntnis zu nehmen scheint. Bund Naturschutz, Landesbund für Vogelschutz und der Bayerischen Jagdverband fordern daher verstärkte Anstrengungen von den Jagd- und Naturschutzbehörden zum Schutz und Erhalt dieser gefährdeten Tierart.

 

 

 

 

 

Protest gegen Kahlschläge im Nationalpark Sumava

 

Der AK Nationalpark unterstützt den offenen Brief der Czech Ecological Society (>> hier online unterzeichnen!).

 

Weitere Protest-Aktion:

 

>> Online-Petition der Friends of the Earth International (FoEI)

 

vgl. hierzu auch die >> deutsche Informationsseite des BUND

 

Im tschechischen Nationalpark Sumava drohen enorme Kahlschläge quer durch das Schutzgebiet. Nicht nur in alten Bergwäldern, in denen bis dato ein absolutes Eingriffsverbot galt. Auch bei Smrcina an der österreichischen Grenze soll großflächige Eingriffe erfolgen. Zufällig plant die südböhmische Regionalregierung hier einen Skilift und Skipisten.

Offiziell will man mit dieser Maßnahme der Ausbreitung des Borkenkäfers entgegenwirken. Doch dies ist wohl vor allem ein willkommener Vorwand, den Holzeinschlag im Schutzgebiet zuzulassen und die touristische Entwicklung zu ermöglichen. Damit wird das bewährte Prinzip „Natur Natur sein lassen“ auf den Kopf gestellt und wertvolle Schutzgebiete durch unnötigen Holzeinschlag schwer beschädigt.

 

Im Gegensatz dazu hat sich der Nationalpark Bayerischer Wald seinen international hervorragenden Ruf vor allem durch das Laufenlassen ökologischer Prozesse erworben. Dieses Zulassen von Dynamik hat dazu geführt, dass der Nationalpark Bayerischer Wald zu Recht als Leuchtturmprojekt bayerischer Naturschutzpolitik bezeichnet wird. Gemeinsam mit dem tschechischen Nationalpark Sumava besteht so mitten in Europa die Chance grenzüberschreitend der Natur für eine ungestörte Entwicklung den möglichen Raum zu geben. Ein sozusagen grenzüberschreitender Nationalpark, in dem „Natur Natur sein darf“, wäre nicht nur für die Natur ein echter Gewinn, sondern würde auch eine erhebliche Prestigesteigerung mit sich bringen.

Auch für eine gemeinsame Regionalentwicklung und den Tourismus wäre dies ein überaus wichtiger Faktor. Die positive Wirkung auf die regionale Wirtschaft durch den Nationalpark Bayerischer Wald wurde z.B. durch die Studie von Prof. Job eindrucksvoll belegt. Allerdings erwarten die Besucher eines Nationalparks auch ungestörte Naturprozesse und keinen verkappten Wirtschaftswald. Eine derartige „Mogelpackung“ würde schnell ihren Reiz verlieren und auch die Ernsthaftigkeit bayerischer Naturschutzpolitik in Frage stellen.

Die von Nationalparkleiter Jan Strasky getätigte Aussage „"Die Natur ist der Feind und deshalb muss sie bekämpft werden. Hätten meine Vorfahren nicht gegen diverse Tiere gekämpft, wäre ich heute nicht hier." und die von ihm eingeleitete massive Borkenkäferbekämpfung zeigen eindeutig, dass hier der Nationalparkgedanke nicht nur unterwandert, sondern sogar völlig missachtet wird. Hier steht nicht „Natur Natur sein lassen“ im Vordergrund sondern der Wille den Nationalpark Sumava zur inhaltslosen Hülle zu machen.

 

Jens Schlüter,
AK Nationalpark

12.08.2011


 

Bankrotterklärung für den NP Sumava?

 

In Tschechien gibt es derzeit hitzige Diskussionen um das Borkenkäfermanagement im Nationalpark Sumava. Der neue Nationalparkdirektor Jan Strasky hatte nach seinem Amtsantritt im Februar dem Borkenkäfer und gleichzeitig dem Nationalparkgedanken „Natur Natur sein lassen“ den Kampf angesagt. So will er zukünftig auch in den Kernzonen des Nationalparks Holz einschlagen lassen und zusätzlich Gift gegen den Borkenkäfer verwenden. Nach Meinung des AK Nationalpark wäre dies eine Bankrotterklärung für den Nationalpark Sumava und für den Naturschutz im Grenzgebirge Böhmischer/Bayerischer Wald.

 

Sogar sieben Ex-Umweltminister warnten den aktuellen Umweltminister Tomas Chalupa in einem Brief vor den negativen Folgen des von Jan Strasky geforderten Borkenkäfermanagement.

 

Wir bitten Sie daher, den offenen Brief der Czech Ecological Society zu unterschreiben (siehe Link oben) und damit den Nationalpark Sumava zu unterstützen.

 

Jens Schlüter

02.05.2011

 

 

 

Internationales Jahr der Wälder 2011

 

Die Vereinten Nationen haben 2011 zum Internationalen Jahr der Wälder erklärt, um einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung der Wälder weltweit zu leisten. Der von Bundesregierung, Ländern, Wirtschaft und zahlreichen Verbänden getragene deutsche Beitrag zum Internationalen Jahr der Wälder soll den Wald als faszinierenden Naturraum und lebendigen Wirtschaftszweig erfahrbar machen.


Besonders faszinierend sind von der menschlichen Nutzung ungestörte Wälder. Denn neben der Erfahrung und Faszination, die sie uns Menschen geben, sind diese Wälder auch ein unabdingbarer Lebensraum für viele Tier- und Pflanzenarten.

 

Denn der Wald ist nicht primär ein Wirtschaftsgut für die Holzindustrie, er ist vor allem ein Refugium für viele seltene Pflanzen und Tiere. Darunter bedrohte Arten wie Luchs, Wildkatze, Rauhfußkauz und Grauspecht. Der Wald hat eine wichtige Funktion beim Klimaschutz und ist ein unverzichtbarer Erholungsraum für die Bevölkerung. Auch Deutschland müsse beim Waldschutz zulegen, so die Vereinten Nationen. Nadelforste müssten in Mischwälder umgewandelt, Waldmoore renaturiert und mindestens fünf Prozent der Waldfläche aus der Nutzung genommen und als künftige Urwälder geschützt werden.


Der Nationalpark Bayerischer Wald geht hier mit gutem Beispiel voran. So sollen bis zum Jahr 2027 75 % der Nationalparkfläche sich selbst überlassen werden. So hat der Wald die einmalige Chance, sich wieder zu einem echten Urwald für unsere Kinder zu entwickeln. Denn nirgendwo sonst kann man die faszinierende Dynamik sich selbst überlassener Waldökosysteme besser erleben als in einem echten Nationalpark. Wir brauchen Wald–Nationalparks, um uns Menschen vor Augen zu führen, was in nicht bewirtschafteten Wäldern ablaufen würde.


Besonders wichtig für viele Lebensgemeinschaften in den Wäldern sind vor allem das Baumhöhlenangebot und das Vorkommen von Totholz.
Baumhöhlen sind ein wichtiger Grundstein für eine Artenvielfalt im Wald. Sie stehen hauptsächlich in alten Wäldern zur Verfügung und werden von einer ganzen Reihe spezialisierter Säugetierarten wie Fledermäusen, aber auch von vielen Insekten und Vögeln benutzt. Die wichtigsten Höhlenbauer im Nationalpark sind Spechte; vor allem Bunt-, Dreizehen- und Schwarzspecht schaffen Wohnraum für unzählige Nachmieter, zu denen unter anderem fast alle Meisenarten wie Kohlmeise oder Blaumeise, der Kleiber, der Trauerschnäpper oder auch der Sperlingskauz zählen. Das Angebot an Großhöhlen begrenzt oft das Vorkommen größerer Höhlenbrüter wie Hohltaube und Rauhfußkauz.


Das Totholz schließlich ist ein charakteristisches Merkmal natürlicher Wälder. Grob betrachtet kann es in stehendes Totholz, Trockentotholz (also nicht umgefallene abgestorbene Bäume oder deren Teile) und liegendes Totholz, das auch als Moderholz bezeichnet wird, eingeteilt werden. Es spielt im Ökosystem Wald eine zentrale Rolle, denn es bildet die Lebensgrundlage für eine Fülle von Arten. Dabei ist stehendes Totholz in unseren Wirtschaftswäldern besonders begrenzt vorhanden, bietet aber oft die größte Vielfalt an Lebensraumnischen. In Urwäldern entsteht großvolumiges Totholz ständig durch den Alterstod der Bäume, Katastrophenereignisse, durch massenhaftes Auftreten von Insekten und durch andere Umwelteinflüsse. Ein gesellschaftlicher Bewusstseinswandel, der dem Verbleib von Totholz im Wald einen höheren Stellenwert einräumt und sich mehr vom Bild des scheinbar sauberen Waldes löst, ist dringend erforderlich.

 

 

Jens Schlüter

Sprecher des Arbeitskreises Nationalpark

 

 

Nach oben

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zur Vertiefung

 

Vergiftung der Luchsin Tessa: Original-Pressemeldung des Ökologischen Jagdverbandes ÖJV vom 19.04.2012

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zur Vertiefung

 

 

Passauer Neue Presse, 17.05.2011: "Protest gegen Borkenkäfer-Plan" (pdf)

 

 

 

 

Nationalpark Bayerischer Wald, November 2009:

Borkenkäfer-Bekämpfung am Lackenberg (Video bei www.youtube.com)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zur Website der Kampagne Internationales Jahr der Wälder 2011

 

www.wald2011.de

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Eine neue Greenpeace-Studie zeigt, wie Buchenwälder in Deutschland zukünftig geschützt werden sollten:

Zur Buchenwaldstudie von Greenpeace (www.greenpeace.de)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

©2009-2013 waidlerherz.de | Arbeitskreis Nationalpark | All rights reserved.